Drei Firmen – ein Nahwärmenetz

LEW Innovationspreis

Mit dem Innovationspreis stärkt die Lechwerke AG (LEW) den Erfindergeist und konkrete Ideen im Bereich des nachhaltigen Klimaschutzes und der Energieeffizienz. Der Wettbewerb stellt die Kompetenzen der Region und des Wirtschaftsstandorts Bayerisch-Schwaben heraus.

Projektbeschreibung

Die e-con AG entwickelte für drei mittelständische Unternehmen (Goldhofer AG, PFEIFER, Dachser) ein integriertes Energiekonzept.
Sie nutzen nun eine gemeinsame Infrastruktur für das Heizen und Erzeugen von Strom.
Herzstück ist das zwischen den drei benachbarten Firmengeländen gebaute Heizwerk: Ein 3,3 MW Holzhackschnitzelkessel erzeugt darin den Großteil der Heizwärme, die über das erdverlegte Nahwärmenetz verteilt wird. Verbrauchsspitzen deckt eine redundante Gas- und Ölfeuerung mit 5 MW Leistung ab. Zusätzlich sichert ein Blockheizkraftwerk die Grundlastversorgung mit Wärme und Strom. Zusammen mit einer Photovoltaikleistung von 2,9 MW auf den Firmengebäuden werden 90 Prozent des Strombedarfs der drei Unternehmen selbst vor Ort erzeugt.

Insgesamt ersetzen die regenerativen Energien jährlich etwa 1.200.000 Liter Heizöl und sparen 5.500 bis 6.000 Tonnen CO2 ein. Außerdem erfolgt die Kälteerzeugung für die drei Unternehmen dezentral mittels Geothermie mit einer Effizienz von 90 Prozent. Investitionskosten ca. 10.500.000 Euro.

Innovativer Ansatz des Projektes 

Einsatz besonders energieeffizienter Technik durch gemeinsame Versorgung mehrerer Unternehmen 25 % mehr Energieeffizienz durch intelligente Regel- und Steuerungstechnik.

Ganzheitliches Energiekonzept, das verschiedene regenerative Energiesysteme miteinander verknüpft Beitrag des Projektes zum Klimaschutz oder zur Energieeffizienz
50 % geringere Immissionen durch leistungsstarke Filtertechnik gegenüber Einzelanlagen
Verringerung des Einsatzes fossiler Energieträger um 80 % Nutzung von Holzenergie aus der Region: kurze Transportwege und zu 90 % regionale Wertschöpfung Deckung von 90 % des Strombedarfs durch Eigenerzeugung Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 70 %.

Gestalter der Energiewende

Innovative Energiekonzepte

„Nachhaltige Energieversorgung und -speicherung sind zentrale Zukunftsaufgaben und die größten Herausforderungen unserer Zeit. Mit ihren innovativen Energiekonzepten hat die e-con AG die Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld für die Energiewende begeistert und eindrucksvoll gezeigt, wie diese Herausforderung gemeistert werden kann“, erklärte Bayerns Wirtschafts- und Energiestaatssekretär Franz Josef Pschierer. Damit überreichte er die Plakette als „Gestalter der Energiewende“ an Sascha Fuchs und Andreas Müller von der e-con AG. Die Auszeichnung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums wird an Bürger, Unternehmen und Organisationen verliehen, die das Thema Energiewende im Freistaat voran bringen.

e-con AG stellt sich Energiewende

„Wir freuen uns über diese großartige Auszeichnung. Seit Jahren stellen wir uns der großen Herausforderung ‚Energiewende‘ und helfen, dieses Mammut-Projekt engagiert und zielstrebig voranzutreiben. Egal, ob in Form von kleineren Einzellösungen oder komplexen Energie-Anlagen für unsere Kunden. Aber auch innerhalb unseres eigenen Unternehmens setzen wir auf umweltfreundliche Energiekonzepte und Nachhaltigkeit“, so Andreas Müller, Aufsichtsrat der e-con AG. Der Schwerpunkt der Energieprojekte liegt dabei auf dem Heizen sowie Kühlen mit regenerativen Energien.

Energieprojekte bieten wirtschaftliches Potenzial

„Mit ihren Projekten hat die e-con AG eindrucksvoll bewiesen, dass die Energiewende vor allem eins ist: Eine Chance für unser Land und für jeden Einzelnen von uns. Denn sie bietet ein enormes wirtschaftliches Potenzial, spart Kosten und schafft Arbeitsplätze und bringt immer wieder technische Innovationen hervor“, lobte Pschierer das Unternehmen. Rund 18.320 Tonnen CO2 spart die e-con AG dank ihrer Energiekonzepte jährlich ein.

WWK Arena Augsburg

KUMAS  – Kompetenzzentrum Umwelt e.V.

Die Beheizung des neu errichteten Stadions wird durch den Einsatz zweier baugleicher Wärmepumpen in Verbindung mit einem Gas-Brennwertkessel realisiert. Als Wärmequelle für den Betrieb der Wärmepumpen dienen mehrere Entnahme- und Schluckbrunnen, aus denen Grundwasser entnommen beziehungsweise wieder eingespeist wird.

Individuelle Lösung

Als Brunnenanlage kommen aufgrund der benötigten Energieleistungen Sonder-Bauwerke zum Einsatz. Dafür mussten umfangreiche und gesonderte Gutachten und Simulationen erstellt werden.

Das Heizsystem wurde entsprechend den Temperaturanforderungen der Verbrauchergruppen in ein Hochtemperatur-System (max. 75/55°C) und ein Niedertemperatur- System (50/30°C) unterteilt.

Das Konzept

Das Heizkonzept sieht vor, dass die Wärmeversorgung, wenn möglich, ganz über die Wärmepumpen realisiert wird. Erst bei Anforderung höherer Vorlauftemperaturen (> 50°C) durch die Hochtemperatur-Verbrauchsgruppen, schaltet der Brennwert-Gaskessel zu und versorgt diese Verbrauch entsprechend den Erfordernissen. Die Niedertemperatur-Verbrauchsgruppen werden durch die beiden Wärmepumpen versorgt. Der Gas-Brennwertkessel fungiert zudem als redundanter Wärmeerzeuger bei Ausfall der Wärmepumpen.

Das Kühlkonzept sieht vor, dass die Kühlprozesse über natürliche Kühlung erfolgen. Hierbei wird das niedrige Temperaturniveau des Grundwassers genutzt, um die Verbraucher mit Kühlwasser (12/18°C) zu versorgen. Zusätzlich kann an warmen Tagen die Rasenfläche der SGL arena temperiert werden. Das neue Stadion des FC Augsburg ist hinsichtlich der energetischen
Konzeption der Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme weltweit einzigartig.

Der überwiegende Teil des Energiebedarfs wird durch die Nutzung des Grundwassers aus den beiden Tiefenbrunnen gespeist. Der Einsatz von CO2 -freiem Strom zum Antrieb der Wärmepumpen und die Befeuerung des Gaskessels mit Biogas runden das Konzept ab.

Ein Stadion als Weltvorreiter

Die FCA WWK-Arena ist damit das erste Stadion der Welt, das im Betrieb eine CO2-neutrale Energiebilanz vorweisen kann. 2010 erfolgte die Ehrung für ein innovatives, umweltentlastendes Projekt durch das bayerische Kompetenzzentrum Umwelt e.V. (KUMAS).

Gegenüber der ursprünglich ausgeschriebenen Leistung ergeben sich folgende Vorteile:

  • optimierte Energieeffizienz
  • minimale Umweltbelastung
  • minimale Life Cycle Costs

Thoma Metallveredelung

Doppelte Ehrung für Leuchtturm-Projekt

Zweifache Auszeichnung für das Projekt.

Zum einen ist die Hartchromanlage durch das IPA Fraunhofer Institut in Stuttgart vorgeschlagen und ausgewählt worden. Die Anlage wurde 2009 mit dem Umweltpreis KUMAS ausgezeichnet. Sie wurde von e-con zusammen mit der Thoma Metallveredelung und dem Fraunhofer IPA geplant und projektiert. Dadurch gelang es den Energieausnutzungsgrad zu verdreifachen. Das Projekt war ein Modellprojekt der DBU und ist durch das überragende Ergebnis ein Vorzeigeobjekt mit weltweit hohem Nachahmungscharakter. Weiterhin war Thoma auf dem Stand von KUMAS dem Kompetenzzentrum Umwelt in Augsburg auf der Woche der Umwelt gemeinsam mit 3 weiteren Ausstellern vertreten.

Ausgezeichnetes Konzept für Effizienz und Nachhaltigkeit

Messungen der Energieströme haben gezeigt, dass die Anlage einen Gesamt-COP von über sechs erreicht, obwohl sie unüblich hohe Heiztemperaturen von bis zu 80°C bereitstellt. Die Wärmepumpe wird sowohl als Wärme- wie auch Kälteerzeuger genutzt. Dieser Synergieeffekt steigert die Effektivität der Wärmepumpe und somit auch die ökonomische und ökologische Effizienz. Die geschickte Verknüpfung von natürlicher Wärme- und Kälteressourcen und produktionsbedingtem Wärmeüberschuss ermöglicht eine 100-prozentige Wärmerückgewinnung.

Ein unschlagbares Konzept beim Einsatz moderner Wärmepumpen in der Industrie, Prozess-Wärmerückgewinnung und Umweltschutz. Hierdurch lassen sich im Vergleich zu einem konventionellen Kühl- und Heizsystem (Öl- oder Gaskessel und Kältemaschine) jährlich zirka 77 Prozent Energiekosten und ca. 264 Tonnen CO2 einsparen.